Er ist todmüde! Zehn Stunden geackert,
in der Küche, von Gerüchen verfolgt!
Und wenn er atmet riecht er noch das Bratfett!
Es hängt in seinen Kleidern, seiner Haut, seinen Haaren!

Träumer, Versager! Eins neunzig und hager!
Verpickelt, dumm grinsend, freundliche Ader!
Er kommt von der Arbeit, steigt hinab in die U-Bahn!
Noch zehn Minuten Zug fahr‘n und dann Schlafen!

Und dann sieht er die Spacken! Sie schau‘n rüber und lachen!
Rufen, doch er versucht nicht auf die Typen zu achten!
Sie komm’n näher und schreien albern!
Sieben oder acht Jungs, in seinem Alter!

Er sitzt da ist wütend, verbitterte Mine!
Blick auf die Füße! Zitternde Knie!
Dunkel und kalt! Es riecht nach Ärger und Alkohol!
Sie stell‘n sich im Halbkreis um ihn herum!

Von seiner Wange trieft ekliger Rotz,
währ’nd ‘ne Bierflasche neben seinem Schädel zerplatzt!
Und einer zieht ihn hoch! Ein andr’er schlägt ihn zu Boden,
holt aus und tritt mit Wucht tief in seine Hoden!

„Das hättet ihr nicht tun dürfen…!“ Es bahnt sich Wut an!
Und kochende Salzsäure durchfließt seine Blutbahn!
Ungeahnte Kraft lässt ihn beben vor Zorn
und eine Feuerlawine steigt seine Kehle empor!

Er erhebt sich, einer kommt auf ihn zugerannt!
Wutentbrannt spuckt er einen Feuerball, Glut und Flamm’n!
Der Angreifer stürzt brennend auf die Gleise!
Die Luft ist erfüllt von Rauch und schmerzvollen Schreien!

Die Ander‘n regungslose, blasse Schatten im Dunkeln!
Sie schau’n schockiert auf den Haufen Asche ihres Kumpels!
Und begreifen nicht, was vor sich geht!
Aus seinem Rücken wächst ein zweites Paar Arme!

Und er geht auf sie los! Hier ein Kiefer, dort ein Knochen gebrochen!
Kein Erbarm’n! Drischt voll Hass auf sie ein!
Es entladen sich Jahrzehnte voller Frust und Leid!
Und er bricht ein Rückgrat mit einem Ruck entzwei!

Acht blutige Stacheln dring’n aus sein’n Fäusten!
Er rammt sie in Bäuche, stillt Verlangen nach Gräueln!
Ein Gemetzel ohne Gleichen! Er watet in Blut!
Rasend vor Wut! Gesicht vom Wahn verzerrt!

Er zittert, schmeckt Blut! Und es ist so genussreich!
Dann taumelt er, fällt und verliert das Bewusstsein!

Er erwacht auf dem dreckigen Boden wie Abschaum!
Seine Nase gebrochen, Rache war nur ein Tagtraum…!

 

Seid ihr jetzt glücklich, seid ihr zufrieden, dass er’s nicht getan hat?
Dass er unten bleibt und still mit seinem Schicksal hadert!
Und ihr könnt grinsend weiter tun, was ihr Tag für Tag macht!
Doch irgendwann kommt die Bestie ans Licht!

Seid ihr jetzt glücklich, seid ihr zufrieden, dass er’s nicht getan hat?
Dass er unten bleibt und still mit seinem Schicksal hadert!
Und ihr könnt grinsend weiter tun, was ihr Tag für Tag macht!
Doch irgendwann kommt die Bestie ans Licht!